Abschied und Neu

Wenn man sich entschieden hat, einen neuen Weg einzuschlagen und das Gelingen des Plans nur noch von Anderen abhängt, erreicht man im ersten Augenblick ein wunderbar befreites Gefühl der Leichtigkeit. Der schwierigste Teil ist geschafft, man hat sich entschieden, abzuschließen und neu zu beginnen und schließlich gibt man den Einfluss ab, um jetzt Zuschauer zu sein, wie alle machen, was sie sollen, damit der Plan gelingt.
Ich erinnere mich daran, dass es genau dann war, als ich sagen konnte, dass ich mich wunderbar wohl und erleichtert, ja ungeheuer motiviert fühlte.
Jetzt, da ich ein Ziel hatte, auf dessen Verwirklichung ich irgendwie nur noch warten muss, war ich zufrieden.
Da wo sich sonst so viel so leer und so ziellos anfühlte, war auf ein Mal wieder ein Licht am Ende des Tunnels, den ich selbst mal gegraben hatte.
Wie gut tat es, sich bewusst und aktiv für etwas entschieden zu haben. Erst recht, wenn man von sich selbst weiß, dass es kein Zurück geben würde.
Einerseits weil ich kein Zurück-Typ bin, sondern eher der Mit-Haut-Und-Haaren-Extremist. Andererseits weil jeder Schritt zurück auch wieder ein Rückfall in schwache Zeiten bedeuten würde, den dann auch noch jeder mit ansehen können würde.
Und so blieb dieser angenehm nach vorn treibende, frische Wind eine ganze Weile...
Bis der Gedanke, auf ein Ende der Warterei zu warten, zur Gewohnheit wurde.
Bis klar war, wann das Ende erreicht sein und die Tür zum Neuanfang offen sein würde.
Bis alles wieder taub war irgendwie.

Und wenn ich heute gefragt werde, wie ich mich fühle, da ich noch einen Tag in der alten Zeit verbringe, bevor ich dann bei null anfangen darf, dann weiß ich, dass alle schrecklich viel erwarten.
"Jetzt freu' dich doch, du hast doch erreicht, was du wolltest!" - das kann ich in erwartungsvollen Gesichtern ablesen.
Niemand könnte wohl verstehen, dass ich gerade kein Auf und kein Ab verspüre, dass ich mir Nebenschauplätze und Nebenbei-Highlights heranschaffe, um ein wenig Platz für die Emotionskurve nach oben zu machen.
Ich weiß, was war und was ich beenden möchte.
Ich weiß aber nicht, was kommt.
Ich weiß, wer ich nicht mehr sein will.
Ich weiß nicht, wer ich jetzt sein will.

Habe ich einfach Angst vor dem Unbekannten?
Bin ich nervös, weil ich ins kalte Wasser springe?
Nein, nicht mal das. Da ist sie wieder, die Taubheit.
Ich bin traurig über den Abschied von Liebgewonnenen.
Ich bin unentschlossen, ob ich über meinen riesigen Schatten springen und das auch zeigen soll.
Aber daneben - keine Vorfreue. Kein Optimismus. Nur Gewohnheit. Nur taub und kein nach oben, kein nach unten.
Ich habe wohl schon zu oft zu viel erwartet und wieder nicht gefunden, was ich zu suchen geglaubt hatte.
Einfach darauf einlassen und sich selbst loslassen - das konnte sie doch noch nie.
Das wäre was. Doch.

26.2.15 18:12

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