Jetzt renne ich... weg.

Ich möchte um mich schlagen. "Weg! Gehen Sie
weg!" möchte ich schreien.
Sie hat mich auf den Kopf gestellt, sagt sie selbst.
Sie hat mich gereizt.
Bis auf's Messer provoziert.
Sie will helfen.
Mich verstehen lassen, wenn ich vor mir selbst
erschrocken bin.
Sie will, dass ich aufhöre, wegzulaufen.
Ich soll mich in Tiefen stürzen, die ich nie wieder
fühlen wollte. Ich soll mir Situationen vorstellen,
an die ich mich nie wieder erinnern wollte. Ich
soll mich so weit weg fühlen, dass ich nicht mehr
mitkomme. Ich folge nicht mehr.
Ich falle schon. Ich fühle, wie mir übel wird. Mein
Kopf wird heiß und droht zusammen mit meinem
überfüllten Innenleben zu platzen.
Die Tränen laufen über meine Wangen und ich will
ihr nicht mehr in die Augen sehen müssen.
Sie fragt immer weiter, obwohl ich längst keine
Antworten mehr habe.
Ich versuche, erwachsen zu sein und noch nicht
aufzugeben. Ich will einfach schreien "Lassen Sie
mich in Ruhe!", doch kämpfe weiter. Ich habe die
Kontrolle schon längst verloren und sie weiß es.
Irgendeinen Sinn muss es haben, dass sie mich
quält. Sie kennt mich gut genug, um zu wissen,
dass sie mich in diesem Kampf, genau in diesem
Moment wirklich erreicht hat.
Und ich weiß, dass ich nicht mehr kann. Die Gefühle
sind zu echt, da ist nichts Überlegtes, keine
Inszenierung mehr. Ich kann nicht zurück und auch
nicht vorwärts. Während ich gefangen und in
die Enge getrieben bin, scheine ich mehr denn je
ich zu sein.
Sie will mich wieder einfangen.
Sie will mich zurückholen und mir Ruhe geben.
Sie ist mir zu nah.
Jetzt renne ich.

4.2.15 20:04

Letzte Einträge: Tunnelblick - Kopfkino - Film, Herdentiere oder was?, Kleine Bühne mit ohne Licht, Abschied und Neu, Es ist wieder soweit...

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen