Tunnelblick - Kopfkino - Film

Und wieder ertappe ich mich dabei, wie ich gar nicht da bin. Wieder schweife ich ab von dem, was eigentlich gerade um mich herum ist und stehle mich zurück in mein Kopfkino.
Wieder wird es nicht lange dauern und ich bin abwesend, betrachte und befühle mich von innen und sehe meinem eigenen Film zu.
Weil ich ihn nicht abstellen kann.
Weil es einfacher ist, die Handlung zu verlängern und noch ein paar Momente Fantasie auszuhalten.

Ein kleiner Hinweis genügt, der das Herz aussetzen und das Lächeln gefrieren lässt. Schon befinde ich mich auf Talfahrt und kann kaum mithalten mit der Lichtgeschwindigkeit, in der es mich nach unten zu ziehen scheint.
Und vor allem - der Kopf ist hellwach, die Sinne sind geschärft und alles wird ungeheuer intensiv.
Jedes Gefühl bohrt sich tiefer als sonst, jedes Kribbeln in den Händen ist bedrohlich langanhaltend.
Jetzt kann mich nichts und niemand ablenken. Ich starre innerlich geradeaus, bin fixiert und gefangen im Tunnelblick auf das, was ich für das Wesentliche halte.
Die Bedeutsamkeit all dessen, was sich da Wirklichkeit nennt, nimmt rapide ab und wird letztendlich zur Illusion degradiert.

Es zählt nur der Film in meinem Kopf, dessen Charaktere nicht einfacher, dessen Handlung nicht plausibler sein könnte. Alles erklärt sich von selbst und strahlt so beängstigend viel Selbstverständlichkeit aus, dass es gar nicht mehr weh tut.
Doch ich weiß ganz genau, dass es kein Happy End geben wird. Denn beim Zuschauen wird es nicht bleiben. Das wäre zu einfach.

31.1.15 10:57

Letzte Einträge: Jetzt renne ich... weg., Herdentiere oder was?, Kleine Bühne mit ohne Licht, Abschied und Neu, Es ist wieder soweit...

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