Ein kleines bißchen Zucker

Aller Anfang ist schwer - das mag auf den ersten Blick so sein, aber beim zweiten widerspreche ich ganz entschieden.
Denn nicht der Anfang ist die Schwierigkeit, sondern das Weitermachen, das Durchhalten, das Nichtaufhören.
Der Anfang ist Motivation, der Anfang ist Neugier und immer noch ein Stückchen Euphorie.
Danach aber setzt die Arbeitsphase ein, die Euphorie lässt sich nicht dauerhaft festhalten und all die Leichtigkeit, mit der ich in die neue Aufgabe hineingeschwebt bin, will mich plötzlich nicht mehr kennen und ich bin eher als bleierne Ente unterwegs, denn als knallbunter Schmetterling.
Und schon wird die Beschäftigung zu Aufgabe, die Freiwilligkeit zur selbst auferlegten Pflicht.
Denn das sind doch die schlimmsten von allen - die Pflichten, die wir uns selbst auferlegt haben.
Erfinde ich eine Ausrede, dann durchschaue ich mich im selben Augenblick und der innere Schweinehund steht mit sowieso jeden Morgen gegenüber.
Und dennoch - so ein Anfang darf ja auch mal genossen werden. So eine kleine Feier meines Selbst darf ja auch mal sein.
Und ich habe mir so viele Hochgefühl-Feierlichkeiten abgewöhnt, dass ein "Aus-der-Reihe-Tanzen" dieses Stückchen Leichtigkeit kurz zurückbringen kann. Ich fühle mich herrlich aufgeladen mit Motivation, genieße das Gefühl, gar nicht zu wissen, was ich zuerst machen soll.
Wie oft muss ich mit der Leere kämpfen und mich selbst von den schwarzen Löchern und deren zwingender Tiefe abhalten - da ist so ein quietschbuntes Überladensein mit Plänen doch herrlich kindisch und überschäumend.
Da wo Zeit sonst ungenutzt vorübergehen soll und alles in kleinste Einheiten aufgeteilt wird, um so gut wie möglich mit Pflichterfüllung ausgestopft zu werden, möchte ich jetzt kurz die Zeit anhalten.
Der Anfang ist gemacht, wie es weitergeht, kann ich sehen und wenn ich es zulasse, dann wird es auch weitergehen.
Ich werde mir unauffällig in den Hintern treten müssen.
Aber heute erlaube ich mir Überschaum, zusammengefasst in schrecklich süßem Weiß-Baiser. Ein Zuckerkuss für mich, die es gerade großartig findet, innerlich zu lächeln.
Und wer weiß, was Zucker so anrichten kann.

 

14.1.15 18:30

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