So mit hundemüden Augen

Wer ebenfalls gelegentlich das Glücksgefühl von freien Tagen, im besten Fall aneinandergereiht, auf sich wirken lässt, der kennt vielleicht auch die spontane Stimmungstalfahrt, wenn eben jene friedvollen Tage sich dem Ende zuneigen.
Sozusagen dürfte jeder wissen, wovon ich rede, wenn es um das Ende von Urlaubstagen, d.h. um DEN Abend vor dem ersten Arbeitstag, geht.
Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, sein Geld irgendwann auch wieder mit Arbeit zu verdienen, aber erklären wir das mal dem höchst eigenen Biorhythmus.
Ich darf mir nach vielen Jahren des Trainings inzwischen ein Lob dafür aussprechen, dass ich (dazu)gelernt habe, heißt, im Urlaub auch wirklich abschalten und alles im und um den Büroschreibtisch vergessen kann.
Es werden in Gedanken also keine Arbeitsgoldstücke mit nach Hause genommen, sondern tatsächlich allesamt vergessen.
Ich klopfe mir also im Sinne der Arbeitnehmerentspannung auf die Schulter.
Jedoch hat das konsequente Abschalten des dienstlichen Geistes irgendwie auch zur Folge, dass sich mein Biorhythmus komplett auf Urlaub umstellt - aber leider nicht zur vollsten Zufriedenheit.
Während ich es kaum bis Mitternacht aushalte, ohne friedlich einzuschlafen (denn jetzt habe ich ja Zeit für ausgiebiges Schlafen - da kommt nix dazwischen), ist die Müdigkeit irgendwie außer Reichweite, wenn es an den letzten Abend mit wiederum frühem Morgen geht.
Weit und breit kein Gähnen in Sicht, so munter kannte ich die Urlauberin gar nicht.
Folge - gnadenlos verpennter Start in den Alltag - großes Überfordertsein mit morgendlicher Eile und Quälerei insgesamt durch den Tag.
Aber - seltsamerweise - es funktioniert dennoch! Ich funktioniere!
Ich schaffe es tatsächlich, müde auszusehen - und das netterweise auch von jedem gesagt zu bekommen - aber nicht müde zu sein. Also zumindest kann ich das wunderlicherweise von mir abschütteln, so lange ich Zeit hinter der Bürotür verbringe.
Selbst an Tag 2, der mit schlafloser Nacht begann, bin ich zum Durchhalten und zur Höchstleistung fähig und falle erst ins Koma, wenn ich endlich Feierabend habe.

Ich bin also sozusagen der perfekte Mitarbeiter - hebe mir Krankheiten und Müdigkeit brav für den Urlaub auf und bin der fitte Turnschuh von nebenan, wenn es wieder ins Büro geht.
Ich kann es - tatsächlich - sogar mit hundemüden Augen...

6.1.15 16:55

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